Wimpernverlängerung entfernen: So geht es sicher

von Sofie Reinik 5 Min. Lesezeit

Behandlung mit geschlossenen Augen und Hydrogel-Pads unter den Augen, Remover wird mit einem feinen Pinsel aufgetragen, Lash Affair Schwäbisch Gmünd

Irgendwann kommt bei fast jeder der Punkt: Umzug, Schwangerschaft, eine Augen-OP, ein Urlaub ohne Studio in der Nähe oder einfach Lust auf Pause. Und dann steht die Frage im Raum, wie man die Extensions wieder loswird.

Die wichtigste Antwort vorweg: nicht selbst. Ziehen kostet dich deine eigenen Wimpern, und Öl allein löst den Kleber nicht so, wie es überall im Netz behauptet wird. Wie es richtig geht und was danach normal ist, steht hier.

Warum Selbstentfernen die Wimpern kostet

Der Kleber verbindet die Extension mit deiner Naturwimper, und zwar deutlich fester, als es sich anfühlt. Wenn du ziehst, gibt nicht die Klebestelle nach, sondern der schwächste Punkt der Kette. Das ist die Wurzel deiner eigenen Wimper.

Genau daraus entstehen die lückigen Stellen, die ich im Atelier regelmäßig sehe, meist im äußeren Drittel, weil man dort am ehesten hängen bleibt. Eine so ausgerissene Wimper wächst zwar in der Regel nach, braucht dafür aber sechs bis zwölf Wochen.

Dasselbe gilt fürs Schneiden. Wer die Extensions kürzt, hat sie nicht entfernt, sondern nur gekürzt: Der Kleber sitzt weiterhin auf der Naturwimper und beschwert sie, jetzt nur mit stumpfen Enden.

Warum Öl nicht die Lösung ist

Der häufigste Ratschlag lautet, mit Kokos- oder Olivenöl zu arbeiten. Der Gedanke ist nicht völlig falsch, denn Öl weicht Cyanacrylat tatsächlich an. Nur reicht das nicht.

In der Praxis passiert Folgendes: Nach mehreren Ölanwendungen sitzt ein Teil der Extensions locker, ein anderer noch fest. Die lockeren stören, man fasst hin, und dann zieht man doch. Das Ergebnis ist dasselbe wie beim direkten Abziehen, nur mit mehr Aufwand.

Professionelle Remover sind chemisch auf den Kleber abgestimmt und lösen die Verbindung in wenigen Minuten vollständig. Das ist kein Marketing, sondern der Unterschied zwischen Anweichen und Auflösen.

So läuft das Entfernen im Studio ab

Der Termin ist unspektakulär und dauert rund 20 bis 30 Minuten:

  1. Augen schließen, Pads auflegen. Hydrogel-Pads schützen die Haut unter den Augen, die Augen bleiben die ganze Zeit geschlossen.
  2. Remover auftragen. Ein cremiges oder gelartiges Produkt kommt gezielt auf die Klebestellen, nicht großflächig aufs Lid.
  3. Einwirken lassen. Je nach Produkt einige Minuten. Du spürst dabei nichts, es zieht nicht und brennt nicht.
  4. Abnehmen und reinigen. Die gelösten Extensions werden abgewischt, danach reinige ich den Wimpernkranz gründlich, damit keine Remover-Reste am Lidrand bleiben.

Schmerzhaft ist daran nichts. Wenn es zieht, stimmt etwas nicht, und dann sollte sofort gestoppt werden.

Woran du ein sauberes Entfernen erkennst

Falls du den Termin woanders machst, sind das die Punkte, auf die es ankommt:

  • Deine Augen bleiben geschlossen, und zwar durchgehend. Remover gehört niemals ins Auge.
  • Es wird nichts gezogen. Wenn eine Extension nach dem Einwirken noch festsitzt, kommt mehr Remover drauf, nicht mehr Kraft.
  • Danach wird gereinigt. Remover-Reste am Lidrand können reizen, deshalb gehört eine gründliche Reinigung zwingend dazu.
  • Es dauert 20 bis 30 Minuten. Wer das in fünf Minuten anbietet, arbeitet mit Zug statt mit Chemie.

Und ganz praktisch: Plane den Termin nicht auf den Tag vor einem wichtigen Anlass. Die Augenpartie kann danach kurz gerötet sein, und du willst dich an den Anblick deiner eigenen Wimpern erst gewöhnen.

Was du danach im Spiegel siehst

Hier kommt der Teil, auf den ich Kundinnen immer vorbereite, weil er sonst erschreckt: Deine Naturwimpern sehen direkt nach dem Entfernen kürzer und dünner aus, als du sie in Erinnerung hattest.

Das liegt meistens nicht an einem Schaden, sondern am Kontrast. Du hast wochenlang deutlich mehr Länge gesehen, und dein Auge hat sich daran gewöhnt. Nach ein bis zwei Wochen fällt dir das selbst nicht mehr auf.

Woran du einen echten Schaden erkennen würdest: abgeknickte Härchen, spürbar kahle Bereiche oder Wimpern, die nur an einer Stelle deutlich kürzer sind. Falls das bei dir zutrifft, liegt es fast immer an einem zu schweren Set oder an verklebten Ansätzen, nicht am Tragen selbst. Was dabei genau passiert, habe ich hier erklärt: Schädigen Wimpernverlängerungen die Naturwimpern?

Wann Entfernen wirklich nötig ist

Nicht in jedem Fall musst du zum Termin. Wenn du einfach aufhören möchtest, kannst du die Extensions auch auswachsen lassen. Sie fallen mit deinen Naturwimpern nach und nach von selbst aus, und nach vier bis sechs Wochen ist der Großteil weg.

Sinnvoll ist das gezielte Entfernen dagegen, wenn:

  • eine Augen-OP ansteht oder eine ärztliche Behandlung am Auge geplant ist,
  • du auf den Kleber reagierst. Bei Verdacht auf eine Allergie sollten die Extensions runter, und zwar zügig. Woran du eine echte Allergie von einer Reizung unterscheidest, steht hier: Wimpernkleber-Allergie erkennen
  • du den Stil komplett wechseln willst und das alte Set im Weg ist,
  • der Übergang unruhig aussieht und du nicht wochenlang mit halb ausgefallenen Extensions herumlaufen möchtest.

Was danach hilft

Wenn du eine Pause machst, gilt für die Zeit ohne Extensions eine eigene Routine. Sie ist unspektakulär, macht aber den Unterschied: nicht reiben, sanft abschminken, den Lidrand sauber halten. Ausführlich steht das hier: Naturwimpern pflegen.

Und falls dir der Effekt fehlt, du aber vom Kleber weg möchtest: Ein Wimpernlifting arbeitet ausschließlich mit deinen eigenen Wimpern, kommt ohne Kleber aus und hält sechs bis acht Wochen. Für viele ist das der entspanntere Weg nach einer längeren Extensions-Phase.

Mein Rat

Wenn du unsicher bist, komm einfach vorbei und lass mich draufschauen, bevor du selbst etwas versuchst. Ich sage dir ehrlich, ob Entfernen überhaupt nötig ist oder ob Auswachsenlassen in deinem Fall die einfachere Lösung wäre.

Das gilt ausdrücklich auch, wenn dein Set woanders gemacht wurde. Termine gibt es online.

Häufige Fragen

Kann ich meine Wimpernverlängerung selbst entfernen?

Bitte nicht. Der Kleber hält fester, als es sich anfühlt, und beim Ziehen kommt fast immer die Naturwimper samt Wurzel mit. Genau daraus entstehen die kahlen Stellen, die ich im Atelier regelmäßig sehe. Ein professionelles Entfernen dauert rund 20 bis 30 Minuten und ist völlig schmerzfrei.

Löst Öl die Wimpernverlängerung?

Öl weicht den Kleber an, löst ihn aber nicht zuverlässig auf. In der Praxis führt das dazu, dass ein Teil der Extensions wackelt und man irgendwann doch zieht. Professionelle Remover sind speziell auf Cyanacrylat abgestimmt und lösen die Verbindung in wenigen Minuten vollständig.

Wie werden Wimpernextensions professionell entfernt?

Deine Augen bleiben geschlossen und werden mit Hydrogel-Pads geschützt. Dann trage ich einen cremigen Remover auf die Klebestellen auf, lasse ihn einige Minuten einwirken und wische die gelösten Extensions ab. Zum Schluss wird gründlich gereinigt, damit keine Rückstände am Lidrand bleiben.

Sind meine Naturwimpern nach dem Entfernen geschädigt?

In den meisten Fällen nicht. Sie wirken nur kürzer und dünner, weil du wochenlang mehr Länge gewohnt warst. Dieser Kontrast täuscht stark. Echte Schäden entstehen fast nur durch Selbstentfernen, zu schwere Sets oder verklebte Ansätze, nicht durch das Tragen an sich.

Wie lange dauert es, bis sich meine Wimpern erholt haben?

Wenn tatsächlich Wimpern verloren gegangen sind, rechne mit sechs bis zwölf Wochen für einen vollständigen Wachstumszyklus. Ohne Schäden gibt es dagegen nichts zu erholen, dann ist es reine Gewöhnung und nach ein bis zwei Wochen fällt es dir selbst nicht mehr auf.

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Sofie Reinik

Lash- & Brow-Artist und Inhaberin von Lash Affair in Schwäbisch Gmünd

Sofie schreibt hier über das, was sie täglich im Atelier macht: Wimpernverlängerung, Lifting und Brauen-Styling – ehrlich, ohne Verkaufsfloskeln.

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