Wimpern fallen aus in der Schwangerschaft?
von Sofie Reinik 5 Min. Lesezeit
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.
„Meine Wimpern fallen aus, und ich bin schwanger.” Diese Nachricht erreicht mich im Atelier in Schwäbisch Gmünd immer wieder, und die Sorge dahinter ist ernst gemeint: Gerade in einer Zeit, in der sich ohnehin alles verändert, wirkt jeder weitere Verlust doppelt.
Die gute Nachricht zuerst: In den allermeisten Fällen ist das normal und geht vorbei. Was dahinter steckt, ist kein Schaden, sondern dein Hormonhaushalt, und der folgt einem gut bekannten Muster.
Warum Wimpern in der Schwangerschaft ausfallen können
Jede deiner Wimpern hat einen eigenen Zyklus: Sie wächst einige Wochen, ruht kurz und fällt dann aus, damit eine neue nachkommt. Weil die Wimpern versetzt in unterschiedlichen Phasen stecken, fällt täglich eine kleine Anzahl aus, ohne dass der Kranz lückig wird.
In der Schwangerschaft verändert sich dieser Rhythmus. Der Hormonhaushalt verlängert die Wachstumsphase, Haare bleiben länger verankert, als sie es normalerweise würden. Das ist der Grund, warum viele Schwangere über volleres Haar berichten, und es gilt auch für die Wimpern.
Fällt dir trotzdem vermehrt Ausfall auf, hat das meist eine von drei Ursachen: Der normale Grundumsatz läuft weiter und wird nur bewusster wahrgenommen, die Haut wird empfindlicher und neigt zu trockenem, gereiztem Lidrand, oder ein Mangel, etwa an Eisen, spielt mit. Was den Zyklus im Detail antreibt, steht in Naturwimpern pflegen
Das eigentliche Muster: voller jetzt, dünner nach der Geburt
Der Zeitpunkt, an dem Wimpern wirklich auffällig ausfallen, ist in der Regel nicht die Schwangerschaft selbst, sondern die Zeit danach.
Was neun Monate lang aufgeschoben wurde, geht dann nach: Zwischen dem zweiten und vierten Monat nach der Geburt fallen die Haare aus, deren Ausfall die Hormone verzögert hatten. Am Kopf ist das als postpartaler Haarausfall bekannt, und die Wimpern machen mit. Der Kranz lichtet sich in wenigen Wochen sichtbar, das wirkt dramatisch, ist aber eine Nachholung des normalen Zyklus und kein Schaden.
Danach pendelt sich alles wieder ein. Die Wimpern erneuern sich im gewohnten Rhythmus, und etwa sechs Monate nach der Geburt ist der Ausfall in der Regel durch.
Was normal ist und was nicht
Ein paar Anhaltspunkte, an denen du dich orientieren kannst:
- Normal: einzelne Wimpern gehen täglich, der Kranz wird allmählich dünner statt plötzlich lückig, der Lidrand sieht ruhig aus.
- Genauer hinsehen: Wimpern gehen büschelweise oder nur auf einer Seite, der Lidrand ist gerötet, schuppig oder schmerzhaft, oder es kommen Jucken und Brennen dazu.
- Abklären lassen: der Ausfall hält sechs Monate nach der Geburt noch an oder ist von starkem Haarausfall am Kopf, Müdigkeit oder Hautveränderungen begleitet.
Vieles davon ist harmlos, aber einen gereizten Lidrand solltest du nicht kleinreden. Wie du eine harmlose Reizung von einer echten Entzündung unterscheidest, steht in Allergie oder Lidrandentzündung?
Was in dieser Zeit wirklich hilft
Die wirksamsten Dinge sind unspektakulär: Finger weg vom Auge, nicht reiben, schonend abschminken und morgens mit einem sauberen Bürstchen durchkämmen. Wasserfeste Mascara würde ich in dieser Phase weglassen, weil sie sich nur mit Reiben und ölhaltigen Entfernern lösen lässt.
Zwei Dinge solltest du dagegen nicht tun:
- Kein Wimpernserum. Die meisten Wachstumsseren enthalten Prostaglandin-Abkömmlinge, für die es in Schwangerschaft und Stillzeit keine ausreichenden Sicherheitsdaten gibt. Auch „hormonfrei” auf der Packung ist keine Garantie, die Stoffe verstecken sich hinter anderen Namen. Was genau dahinter steht, habe ich ausführlich beschrieben: Wimpernserum in Schwangerschaft und Stillzeit
- Nicht verzweifelt nachkorrigieren. Wimpernzange mit Druck, tägliches Tuschen mehrerer Schichten oder DIY-Tönungen strapazieren genau die Wimpern, die gerade ohnehin unter Druck stehen.
Was du sonst noch für deine Naturwimpern tun kannst, inklusive der vier Alltagsfehler, die am häufigsten schaden: Naturwimpern pflegen
Und was ist mit Färben, Lifting und Extensions?
Die kurze Übersicht, die Details stehen in den eigenen Artikeln:
- Wimpern färben ist eine Abwägung. Die Farbe liegt großflächig am Lidrand, die Mengen sind winzig, ein belegtes Risiko gibt es nicht. Wer ganz sichergehen will, verschiebt Farbe auf die Zeit nach der Geburt, vor allem im ersten Drittel.
- Ein Wimpernlifting ist in der Schwangerschaft nicht verboten, aber unberechenbarer, weil der Hormonhaushalt das Ergebnis beeinflussen kann. In der Ausfallphase nach der Geburt kann ein frischer Schwung zudem unruhig wirken. Details: Wimpernlifting in Schwangerschaft und Stillzeit
- Extensions sind medizinisch unproblematisch, weil der Kleber an der Wimper wirkt und nicht in den Körper aufgenommen wird. Praktisch relevant sind die Liegezeit und ein leicht erhöhtes Allergierisiko. Details: Wimpernverlängerung in der Schwangerschaft
Wann du es abklären lassen solltest
Mein Zuständigkeitsbereich endet am Lidrand. Bitte lass es ärztlich abklären, wenn Wimpern büschelweise oder einseitig ausfallen, der Lidrand entzündet aussieht, deutlich mehr geht als nachkommt oder der Ausfall sechs Monate nach der Geburt nicht aufhört. Begleitender Haarausfall am Kopf, starke Müdigkeit oder Hautveränderungen gehören ebenfalls dazu, dahinter kann etwa eine Schilddrüsenfunktion oder ein Eisenmangel stecken. Beides lässt sich über das Blutbild klären und ist gut behandelbar.
Kurz zusammengefasst
- Während der Schwangerschaft fallen eher zu wenige Wimpern aus, die Hormone verlängern die Wachstumsphase.
- Der sichtbare Ausfall kommt meist nach der Geburt, zwischen Monat zwei und vier, und ist eine Nachholung des normalen Zyklus.
- Was hilft: sanfte Pflege, kein Reiben, keine wasserfeste Mascara, Geduld.
- Was nicht hilft: Wimpernseren mit Prostaglandin-Abkömmlingen und aggressives Nachkorrigieren.
- Abklären lassen bei büschelweisem oder einseitigem Ausfall, entzündetem Lidrand oder wenn es sechs Monate nach der Geburt nicht aufhört.
Wenn du unsicher bist, ob bei dir alles im normalen Rahmen läuft, schau einfach vorbei, ich schaue es mir gern an. Und sobald die Zeit danach reif ist, findest du alle Behandlungen mit Preisen auf der Leistungsseite und kannst deinen Termin online buchen.
Häufige Fragen
Ist es normal, dass Wimpern in der Schwangerschaft ausfallen?
In gewissem Maß ja. Jede Wimper hat einen eigenen Zyklus und fällt nach sechs bis zwölf Wochen natürlich aus, das passiert auch in der Schwangerschaft. Tatsächlich verlieren viele Schwangere eher weniger Haare, weil die Hormone die Wachstumsphase verlängern. Erst nach der Geburt, meist zwischen dem zweiten und vierten Monat, fallen die aufgeschobenen Haare auf einmal nach, auch an den Wimpern.
Warum werden die Wimpern nach der Geburt dünner?
Während der Schwangerschaft schieben die Hormone den Ausfall auf, deshalb wirkt der Wimpernkranz oft voller. Nach der Geburt kippt der Hormonhaushalt, und alle Haare, deren Ausfall aufgeschoben war, gehen ungefähr gleichzeitig in die Ruhephase. Das sieht dramatisch aus, ist aber eine Nachholung, kein Schaden. Der Kranz erneuert sich danach wieder im normalen Rhythmus.
Was kann ich gegen Wimpernausfall in der Schwangerschaft tun?
Sanft bleiben: nicht reiben, keine wasserfeste Mascara, schonend abschminken und die Wimpern morgens durchbürsten. Auf Wimpernseren solltest du in Schwangerschaft und Stillzeit verzichten, weil viele Prostaglandin-Abkömmlinge enthalten. Eisen- oder Zinkmangel kann Haarausfall verstärken, das klärt deine Gynäkologin über das Blutbild ab.
Darf ich mir in der Schwangerschaft die Wimpern färben?
Das ist eine Abwägung, kein klares Ja oder Nein. Die Farbe liegt großflächig auf der Haut am Lidrand, die Mengen sind winzig und ein konkretes Risiko ist nicht belegt. Wer ganz sichergehen will, verschiebt das Färben auf die Zeit nach der Geburt. Im ersten Drittel bin ich bei allem, was großflächig auf die Haut kommt, zurückhaltender.
Wann sollte ich mit Wimpernausfall zum Arzt?
Wenn Wimpern büschelweise oder einseitig ausfallen, der Lidrand gerötet, schuppig oder schmerzhaft ist, wenn deutlich mehr ausfällt als nachwächst oder wenn der Ausfall sechs Monate nach der Geburt nicht aufhört. Auch begleitender starker Haarausfall am Kopf, Müdigkeit und Hautveränderungen gehören abgeklärt, dahinter kann etwa eine Schilddrüsenfunktion stecken.
Sofie Reinik
Lash- & Brow-Artist und Inhaberin von Lash Affair in Schwäbisch Gmünd
Sofie schreibt hier über das, was sie täglich im Atelier macht: Wimpernverlängerung, Lifting und Brauen-Styling – ehrlich, ohne Verkaufsfloskeln.
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